Tante Hilde macht sich Sorgen. Heute:

Verstehen braucht eben Zeit!

Ich bin etwas verunsichert, welche Zielgruppe mein Geschreibe so anspricht, aber das ist für den Entstehungsprozess eines Textes auch erst Mal unwichtig. Zwar interessant zu beobachten, aber ich genieße die Freiheit, einfach das aufzuschreiben, was mein wirres Hirn so kombiniert.

Nun gut, ich kann nicht erwarten, daß jeder das versteht. Eine enttäuschende Beobachtung kann ich allerdings nur schwer verdauen:
Immer öfter fällt mir auf, daß nur ganz wenige Menschen mit Doppeldeutigkeiten und Mehrdeutigkeiten zurecht kommen, geschweige denn mit Ironie.
(Bestimmt habe ich das schon an anderer Stelle gesagt, aber die einzige Methode, die mir momentan am sinnvollsten erscheint ist:
Wiederholen!Wiederholen!Wiederholen!)

Ausserdem habe ich überhaupt keine Lust, meine kunstvoll gestrickten Texte zu erklären, nur weil einige Leutchen kleine Feinheiten überlesen. Ich diskutiere sehr gerne über Unklarheiten, das ist kein Problem. Ich freue mich über andere Meinungen und lasse mir gerne meine Fehler aufzeigen.
Wenn aber Leute einfach mal ein Satzzeichen übersehen und mir aus einer Frage eine Aussage machen, darf ich das ja wohl doof finden.
Noch besser sind Halbleser, die sich aber auf Grund eines überflogenen Textes für Urteilsfähig halten. Die besten Beispiele sind die berühmten Youtube-Kommentare, die immerhin schon so negativ als Blödsinn aufgefallen sind, daß es mich schon wieder ein bisschen beruhigt.

Dieser Trend des „überfliegenden“ Lesens behagt mir ebenfalls nicht. Wie soll da eine sinnvolle Kommunikation stattfinden? Wie sollen wir uns denn so verstehen? Sind wir nicht mehr in der Lage, unsere Aufmerksamkeit für eine begrenzte Zeit auf eine Sache zu richten?
Dieses Verhalten dürfte mit verantwortlich sein für die ‚Verblödung‘, die meiner Meinung nach um sich greift.

Hinzu kommt die fatale Gewöhnung daran, Alles auf dem Silbertablett serviert zu bekommen. Als wären wir nicht gerade heutzutage leicht in der Lage uns über einigermaßen sichere Quellen im Internet zusätzliche Informationen anzueignen. Forschungsinstitute arbeiten öffentlich und für einfache Grundlagen reicht schon Wikipedia und der Blick in ein Lexikon hat auch noch keinem geschadet.

Nein! Ich möchte niemand beschuldigen. Höchstens unsere menschliche Natur, die uns zu Gewohnheitstieren macht. Wir alle und unsere Vorgänger haben Umstände und Systeme erschaffen, die uns mittlerweile mit Ablenkung und zielloser Beschäftigung bis zur Erschöpfung antreiben und uns bleibt immer weniger Zeit zum Reflektieren und Überprüfen.
Das schleichende Gefühl von Sinnlosigkeit, Ziellosigkeit und Orientierungslosigkeit wird sehr leicht und schnell durch die nächste Ablenkung unterdrückt.

Wehrt Euch dagegen! Geht den Dingen auf den Grund!
Lasst Euch mehr Zeit – bei Allem!

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